Autopflege

Wie lange halten Zündkerzen?

Pinterest LinkedIn Tumblr
5/5 - (3 Stimmen)

Zündkerzen gehören zu den wichtigsten Verschleißteilen eines Benzinmotors. Doch wie lange halten Zündkerzen eigentlich? Woran erkennt man verschlissene Exemplare? Was kostet der Austausch und worin unterscheiden sich Zündkerzen von Glühkerzen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wie lange halten Zündkerzen?

Die Lebensdauer hängt in erster Linie vom Material und vom Fahrzeugmodell ab. Während Sie einfache Nickel- und Kupfer-Zündkerzen häufig nach 20.000 bis 45.000 Kilometern ersetzen sollten, erreichen hochwertige Zündkerzen aus Iridium oder Platin oft eine Lebensdauer von 80.000 bis 100.000 Kilometern. Einige Hersteller geben sogar Wechselintervalle von bis zu 150.000 Kilometern an.

Neben dem Material beeinflussen auch Ihre Fahrweise und die Einsatzbedingungen die Haltbarkeit. Fahren Sie überwiegend Kurzstrecken, starten Sie den Motor oft kalt oder belasten Sie ihn stark, sollten Sie mit einem höheren Verschleiß rechnen. Auch schlechte Kraftstoffqualität und ein nicht optimal eingestellter Motor können die Lebensdauer verkürzen.

Gut zu wissen: Es lohnt sich ein Blick in das Wartungsheft Ihres Fahrzeugs. Dort nennt der Hersteller die empfohlenen Intervalle für den Wechsel, die einen verbindlichen Anhaltspunkt liefern.

Wie lange halten Glühkerzen und Zündkerzen - 4
Bildquelle: bnenin – stock.adobe.com

Welche Aufgabe haben Zündkerzen?

Bei einem Benzinmotor erzeugt die Zündkerze zum richtigen Zeitpunkt einen elektrischen Funken. Dieser entzündet das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder und setzt den Verbrennungsvorgang in Gang.

Dieser Vorgang wiederholt sich tausende Male pro Minute. Bei einer Motordrehzahl von 3.000 Umdrehungen pro Minute entstehen je nach Motorbauart mehrere hunderttausend Zündfunken pro Stunde. Kein Wunder also, dass die Elektroden im Laufe der Zeit verschleißen und der Elektrodenabstand zunimmt.

Woran erkennt man verschlissene und defekte Zündkerzen?

Defekte oder stark verschlissene Zündkerzen machen sich oft schleichend bemerkbar. Anfangs fällt lediglich ein etwas unruhiger Motorlauf auf, später können deutliche Leistungseinbußen hinzukommen. Typisch sind folgende Symptome:

  • Motor startet schlechter als gewohnt (längeres „Orgeln“ vor dem Starten)
  • Unruhiger Leerlauf
  • Ruckeln beim Beschleunigen
  • Leistungsverlust
  • Erhöhter Kraftstoffverbrauch
  • Fehlzündungen oder Zündaussetzer
  • Aufleuchtende oder blinkende Motorkontrollleuchte

Tipp für Autofahrer: Treten mehrere dieser Anzeichen gleichzeitig auf, sollten Sie die Zündkerzen überprüfen. Allerdings können ähnliche Symptome durch defekte Zündspulen, Zündkabel oder Probleme an der Kraftstoffversorgung verursacht werden.

Wie lässt sich der Zustand der Zündkerzen feststellen?

Ein Blick auf die ausgebauten Zündkerzen verrät häufig viel über den Zustand des Motors:

  • Rehbraune Ablagerungen: Gelten als ideal und zeigen, dass Verbrennung und Gemischaufbereitung stimmen.
  • Schwarze, verrußte Kerzen: Starker Ruß deutet auf Kurzstreckenbetrieb, ein zu fettes Kraftstoffgemisch, einen verschmutzten Luftfilter oder defekte Einspritzdüsen hin.
  • Weiße oder helle Elektroden: Sind die Elektroden sehr hell oder sogar leicht angeschmolzen, kann dies auf eine Überhitzung, zu frühen Zündzeitpunkt oder ein zu mageres Gemisch hinweisen.
  • Ölige Ablagerungen: Öl auf der Zündkerze kann ein Hinweis auf verschlissene Kolbenringe, undichte Ventildichtungen oder andere Undichtigkeiten im Brennraum sein.
  • Elektrodenabstand und Verschleiß: Ein deutlich vergrößerter Elektrodenabstand, abgebrannte oder stark abgenutzte Elektroden sind klare Zeichen für fortgeschrittenen Verschleiß.

Wann sollten Zündkerzen gewechselt werden?

Auch wenn der Motor noch problemlos läuft, empfiehlt es sich, die vom Hersteller vorgegebenen Wechselintervalle einzuhalten. Denn verschlissene Zündkerzen können den Kraftstoffverbrauch erhöhen, die Abgaswerte verschlechtern und langfristig Bauteile wie den Katalysator belasten. Praktisch gilt:

  • Prüfen Sie den Zustand der Zündkerzen bei ersten Anzeichen von Startproblemen, Ruckeln oder Leistungsverlust.
  • Wechseln Sie die Zündkerzen spätestens beim Erreichen des Herstellerintervalls.
  • Wechseln Sie im Zweifel immer alle Zündkerzen eines Motors gleichzeitig, um eine gleichmäßige Verbrennung zu gewährleisten.

Was kostet der Wechsel der Zündkerzen?

Die Kosten für einen Wechsel der Zündkerzen hängen vom Fahrzeug, der Anzahl der Zylinder und von der Zugänglichkeit des Motors ab. Für die Zündkerzen selbst fallen je nach Ausführung meist 5 bis 30 Euro pro Stück an. Hinzu kommen die Werkstattkosten, die für einen typischen 4-Zylinder häufig zwischen 80 und 250 Euro liegen.

Wie lange halten Glühkerzen und Zündkerzen - 2
Bildquelle: bnenin – stock.adobe.com

Kann man den Zündkerzenwechsel selbst durchführen?

Mit etwas handwerklichem Geschick und Fachwissen lassen sich Zündkerzen bei vielen Modellen selbst wechseln. Wichtig ist, dass Sie einige Aspekte beachten:

  • Führen Sie den Zündkerzenwechsel bei vollständig abgekühltem Motor durch.
  • Klemmen Sie zur Sicherheit den Massepol der Autobatterie ab.
  • Lassen Sie keine Verschmutzungen in den Zylinder gelangen und reinigen Sie vor dem Wechsel den Zündkerzenschacht mit einem Staubsauger oder Druckluft.
  • Wählen Sie passende neue Zündkerzen, deren Gewinde, Länge, Wärmewert und Elektrodenabstand exakt zum Fahrzeug passen.
  • Halten Sie das korrekte Anzugsdrehmoment ein. Ein zu festes Anzugsdrehmoment kann das Gewinde beschädigen, ein zu lockeres kann zu Überhitzung und Undichtigkeit führen.

Extratipp: Online finden Sie die passenden Zündkerzen in der Regel, indem Sie die Schlüsselnummern aus dem Fahrzeugschein eingeben.

Zündkerzen vs. Glühkerzen: Wo liegt der Unterschied?

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, erfüllen jedoch völlig unterschiedliche Aufgaben. Zündkerzen kommen ausschließlich in Benzinmotoren zum Einsatz und erzeugen einen elektrischen Funken, der das Kraftstoff-Luft-Gemisch entzündet.

Glühkerzen befinden sich in Dieselmotoren. Sie erzeugen keinen Zündfunken, sondern erhitzen den Brennraum während des Kaltstarts. Dadurch erreicht die angesaugte Luft schneller die notwendige Temperatur, damit sich der eingespritzte Dieselkraftstoff selbst entzünden kann.

Wie lange halten Glühkerzen und Zündkerzen - 1
Bildquelle: bnenin – stock.adobe.com

Mit welchen Tipps lässt sich die Lebensdauer von neuen Zündkerzen verlängern?

  • Verwenden Sie hochwertige Marken-Zündkerzen in der richtigen Spezifikation.
  • Bringen Sie den Motor regelmäßig auf Betriebstemperatur.
  • Warten Sie Luftfilter und Zündanlage regelmäßig.
  • Suchen Sie bei Startproblemen, Ruckeln oder erhöhtem Verbrauch frühzeitig nach der Ursache.
  • Achten Sie auf eine gute Kraftstoffqualität.

Schon gewusst? Brauchen Sie nicht nur neue Zündkerzen, sondern möchten Karosserieschäden kostengünstig reparieren, finden Sie bei Kfzbleche24.de hochwertige Reparaturbleche. Auf unserem Blog Benzingeflüster lesen Sie außerdem Kfz-Themen vom Rückruf beim Auto über die verrücktesten Kontrollleuchten bis hin zum Polieren der Scheinwerfer.


Bildquelle Titelbild: bnenin – stock.adobe.com

Yvonne Salmen ist Vielfahrerin und hat in ihrem Leben zahlreiche unterschiedliche Autos besessen. Von Fiat Bambino über Opel Astra, VW Golf und Hyundai Matrix bzw. i30 ist alles dabei. Am VW Käfer hat sie Reifenwechseln gelernt, und mit Autoschraubern kommt sie immer gern ins Gespräch. Autos mögen zwar ein Männerthema zu sein – ein Frauenthema sind sie aber auch!

Schreibe einen Kommentar