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Allwetterreifen im Winter: eine gute Idee – oder nicht?

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In einigen Regionen Deutschlands machen sich Schnee und Eis inzwischen rar, doch kein Autofahrer ist hierzulande vor winterlichen Straßenverhältnissen gefeit. Manchmal schlägt das Wetter heftige Kapriolen, spätestens dann kommt die Frage auf: Wie viel taugen Allwetterreifen im Winter? Stehen sie im Einklang mit der Winterreifenpflicht? Und: Wo liegen ihre physikalischen Grenzen?

1. Gerüchteküche im Blick: Gibt es ein Ganzjahresreifen-Verbot?

Reifen mit M+S Kennzeichnung galten jahrzehntelang als gesetzlich erlaubte Begleiter durch den Winter. Genügen sie auch heute noch der Winterreifenpflicht? Bis zum 30.09 2024 lautet die Antwort Ja, wenn die Reifen im guten Zustand sind und eine Profiltiefe von mindestens 1,6 Millimetern aufweisen. M+S-Reifen wurden generell vor dem 01.01.2018 produziert und verschwinden seitdem allmählich aus dem Verkehr.

Seit dem genannten Stichtag verlassen nur noch Allwetterreifen mit dem Alpine-Symbol die Fabriken. Dabei handelt es sich um das Piktogramm eines Gebirgszuges mit einem Schneekristall, das auf der Seitenwand angebracht ist. Ab dem 01.10.2024 sind nur noch diese Ganzjahresreifen im Winter auf deutschen Straßen gesetzlich erlaubt.

2. Wann gilt die Ganzjahresreifen- oder Winterreifenpflicht?

Die Winterreifenpflicht gilt nicht ab einem bestimmten Datum, sondern situationsbezogen. Überall, wo Schneeglätte, Schneematsch, Eis und Reifglätte auftreten, müssen Autos entsprechend gerüstet sein (situative Winterreifenpflicht). „Winterliche Witterungsverhältnisse“ nennt das der Gesetzgeber und fordert seine Bürger damit auf, selbständig auf die Straßenverhältnisse und Witterungsbedingungen Obacht zu geben und frühzeitig die neue Bereifung anzulegen.

Ein guter Monat zum Wechsel auf Ganzjahresreifen ist der Oktober. Dann gibt es häufig die ersten Nachtfröste und im November kann es sogar schon kräftig schneien. Je nach Region kommen im April oder Mai die Sommerreifen auf die Felgen. Hier gilt das Motto: besser etwas länger für einen eventuell zurückkehrenden Winter gerüstet sein als plötzlich mit Sommerbereifung im Schnee zu stehen. Das Harmloseste, was dann winkt, ist ein Bussgeld.

Wer Allwetterreifen im Winter und Sommer nutzt, für den steht ein Wechsel nur an, wenn die Bereifung derart abgenutzt ist, dass sie droht, ihre Straßentauglichkeit zu verlieren.

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3. Ganzjahresreifen vs Winterreifen: Wo liegt der Unterschied?

Wie gut sind Ganzjahresreifen? Der Allwetterreifen ist ein Allrounder, der sich bei Gefriertemperaturen ebenso komfortabel nutzen lässt wie bei hochsommerlicher Hitze. Sein Einsatzbereich ist breiter, er ermöglichst sicheres Fahren bei trockenem und nassem Fahrbahnbelag, aber auch bei Schnee und Glatteis.

Während ein Winterreifen bei über 7 Grad Celsius einen hohen Rollwiderstand aufweist, bleibt das Fahrgefühl mit Ganzjahresreifen entspannt. Auch die Lautstärke ist deutlich geringer. Der halbjährliche Reifenwechsel erübrigt sich, eine Reifeneinlagerung ist auch nicht nötig: Das spart deutlich Kosten gegenüber Winterreifen. Ganz abgesehen davon, dass „echte“ Winterreifen in der Regel auch in der Anschaffung deutlich teurer sind.

Die Sache hat allerdings einen Haken: Alljahresreifen im Schnee sind keine optimale Lösung, sagt auch der ADAC. Sie sind weniger griffig als Winterreifen und bergen deshalb ein Restrisiko. Verantwortungsvolle Autofahrer sind im Winter ohnehin vorsichtiger unterwegs, egal mit welcher wintertauglichen Bereifung: Gleichen Sie das Manko bei Bedarf also durch entsprechend angepasstes Fahrverhalten aus, wenn Sie mit Allwetterreifen im Winter fahren.

Laut Statista.com waren im Jahr 2020 etwa 46,5 Millionen Fahrzeuge mit Winterreifen und etwa 15,8 Millionen Fahrzeuge in Deutschland mit Ganzjahresreifen ausgestattet. Die durchschnittliche Reifengröße betrug bei Winterreifen 16,9 Zoll und bei Ganzjahresreifen 16,6 Zoll.

4. Expertentipps zu Allwetterreifen im Schnee

Ihnen fällt es schwer, sich zwischen Winterreifen und Allwetterreifen zu entscheiden? Dann können Ihnen die folgenden Punkte als Orientierung dienen:

  • Ganzjahresreifen sichern winters wie sommers vollen Versicherungsschutz.
  • Bei kurzen, ebenen Strecken sind Winterreifen nicht unbedingt nötig.
  • Dasselbe gilt für die dauerhafte Nutzung im normalen Stadtverkehr.
  • In ländlichen Gegenden mit häufigem Schnee, Eis- oder Reifglätte empfehlen wir Winterreifen.
  • Dasselbe gilt für bergige Regionen mit vielen steilen Steigungen.

In bestimmten Situationen lohnt es sich absolut, mehr Geld für hochwertige Winterreifen auszugeben und den halbjährlichen Reifenwechsel durchzumachen. In anderen Fällen sind Allwetterreifen ein guter Kompromiss bei Matsch und Schnee. Jede Lösung hat ihre Vor- und Nachteile.

Mit Liebe und guten Reifen unterwegs
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5. Und wenn bei glatten Straßen doch mal etwas schiefgeht …

Der Winter ist und bleibt eine tückische Jahreszeit mit erhöhter Unfallzahl im Straßenverkehr. Sollte bei Ihnen doch mal etwas schiefgehen und ein Blech ist hinterher verbeult, erhalten Sie bei Kfzbleche24.de hochwertige und günstige Ersatzteile. Profitieren Sie außerdem von unserer professionellen Beratung, entweder telefonisch unter +49 (0) 3075446460 oder per Mail unter sales@kfzbleche24.de.

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Bildquelle: unsplash.com

Yvonne Salmen ist Vielfahrerin und hat in ihrem Leben zahlreiche unterschiedliche Autos besessen. Von Fiat Bambino über Opel Astra, VW Golf und Hyundai Matrix bzw. i30 ist alles dabei. Am VW Käfer hat sie Reifenwechseln gelernt, und mit Autoschraubern kommt sie immer gern ins Gespräch. Autos mögen zwar ein Männerthema zu sein – ein Frauenthema sind sie aber auch!

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