Wer hätte das gedacht? Ein Asiate steht ganz oben auf dem unrühmlichen Treppchen. Das (statistisch gesehen) meistgeklaute Auto in Deutschland ist: der Lexus NX der ersten Generation – übrigens das meistverkaufte Lexus-Modell auf dem europäischen Kontinent.
130 von 10.000 kaskoversicherten Fahrzeugen dieser Modellreihe wurden im Jahr 2024 gestohlen – so das Ergebnis der aktuellen Auswertung des Gesamtverbands der Versicherer (für 2025 gibt es noch keine Zahlen).
Diese Auswertung ist die Grundlage dieses Beitrags, gepaart mit Informationen aus dem Bundeslagebild Kfz-Kriminalität des Bundeskriminalamts für 2025. In Kürze gibt es hier bei Benzingeflüster dann noch einen ergänzenden Beitrag zum Thema, in dem wir wertvolle Tipps zur Diebstahlprävention von Fahrzeugen geben.
Elektroautos und Hybride geraten immer stärker in das Visier der Diebe: 2025 registrierte das BKA 3.108 Fahndungsnotierungen in diesem Bereich – 36,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Allerdings wuchs zugleich der Fahrzeugbestand deutlich. Als möglichen Anreiz nennt das BKA unter anderem die wertvollen Batterien. Auch europaweit werden vermehrt E-Fahrzeuge und insbesondere deren Akkus gestohlen.

1. Die meistgestohlenen Autos in Deutschland 2024 (nach Diebstahlquote):
In der Autodiebstahl-Statistik unterscheiden Kfz-Versicherer zwischen absoluten und relativen Diebstahlzahlen. Die absoluten Zahlen zeigen, wie viele Fahrzeuge einer bestimmten Marke innerhalb eines Jahres gestohlen wurden. Die relativen Zahlen berücksichtigen dagegen, wie viele Fahrzeuge dieser Marke insgesamt versichert beziehungsweise zugelassen sind. So lässt sich besser erkennen, bei welchen Automarken das statistische Diebstahlrisiko besonders hoch ist.
| Platzierung | Hersteller | Modellbezeichnung | Diebstähle je 10.000 kaskoversicherte Fahrzeuge | Schadenshöhe pro Diebstahl |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Toyota | Lexus NX 1. Generation | 130 | 26.730 € |
| 2 | Toyota | LandCruiser 4. Generation | 104 | 41.268 € |
| 3 | Toyota | Lexus UX 1. Generation | 99 | 17.504 € |
| 4 | Chrysler | Grand Cherokee 4. Generation | 87 | 29.411 € |
| 5 | Kia | Stinger 1. Generation | 81 | 29.217 € |
| 6 | Toyota | RAV4 5. Generation | 77 | 24.931 € |
| 7 | Hyundai | Santa Fe 4. Generation | 59 | 29.350 € |
| 8 | Audi | Q7 2. Generation | 53 | 39.657 € |
| 9 | Fiat | Alfa Stelvio 1. Generation | 52 | 26.325 € |
| 10 | Kia | Niro 2. Generation | 48 | 27.704 € |
| 11 | BMW | X6 2. Generation | 47 | 36.436 € |
| 12 | Kia | EV6 1. Generation | 46 | 35.520 € |
| 13 | Land Rover | Range Rover Sport 2. Generation | 45 | 48.637 € |
| 14 | Renault | Talisman 1. Generation | 43 | 15.643 € |
| 15 | Hyundai | Ioniq 5 1. Generation | 42 | 30.825 € |
Quelle: GDV.de
2. Wie viele Autos werden in Deutschland insgesamt geklaut?
- Insgesamt wurden in der Bundesrepublik im Jahr 2024 14.162 kaskoversicherte PKW gestohlen. Dadurch entstand ein wirtschaftlicher Schaden in Höhe von mehr als 290 Millionen Euro.
- Das entspricht bundesweit fast 40 Autodiebstählen pro Tag.
- Der durchschnittliche Schaden beträgt ca. 20.700 Euro pro entwendetem Fahrzeug.
- Von 2021 bis 2024 stieg die Zahl dauerhaft abhandengekommener Pkw deutlich von 12.215 auf 16.129 Fahrzeuge. 2025 kehrte sich dieser Trend erstmals wieder um: Mit 15.257 Fahrzeugen lag die Zahl rund 5,4 % unter dem Vorjahreswert.

3. Die beliebtesten Automarken bei Dieben 2024 (nach absoluten Zahlen)
| Platzierung | Hersteller | Anzahl | Veränderung gegenüber dem Vorjahr |
|---|---|---|---|
| 1 | Volkswagen (VW) | 1.776 | −1,9 % |
| 2 | Audi AG | 1.410 | +2,4 % |
| 3 | Toyota (inkl. Lexus) | 1.267 | −14,1 % |
| 4 | Mercedes-Benz | 1.194 | −7,2 % |
| 5 | BMW (inkl. Mini) | 1.093 | −6,7 % |
| 6 | Hyundai | 1.040 | +17,2 % |
| 7 | Renault | 783 | +14,5 % |
| 8 | Ford Europa | 732 | −12,9 % |
| 9 | Kia Motor | 713 | −1,5 % |
| 10 | Mazda Motor Corporation | 441 | −36,6 % |
| 11 | Fiat (inkl. Alfa Romeo, Lancia) | 408 | +4,3 % |
| 12 | Porsche | 396 | +18,2 % |
| 13 | Opel | 364 | +3,1 % |
| 14 | Nissan | 308 | −2,8 % |
| 15 | Chrysler | 306 | +7,0 % |
Quelle: GDV.de
4. Berlin bleibt deutsche Hauptstadt des Autodiebstahls
- Berlin bleibt Deutschlands Autodiebstahl-Hotspot: 2024 wurden dort 3.855 kaskoversicherte Pkw gestohlen. Das ist mehr als jeder vierte Fall bundesweit.
- Auf 10.000 versicherte Fahrzeuge kamen in Berlin 39 Diebstähle, im Bundesdurchschnitt lediglich drei.
- Es folgen Hamburg mit 14 und Brandenburg mit neun Fällen.
- Im Süden der Republik ist das Risiko, Opfer eines Autodiebstahls zu werden, deutlich geringer, wenngleich Baden-Württemberg 2024 einen Anstieg um rund elf Prozent verzeichnete.

5. Wie gehen die Täter beim Autoklau vor?
Moderne Autodiebe arbeiten längst nicht mehr nur mit Schraubenzieher und Brecheisen. Vor allem professionell organisierte Täter setzen heute auf spezialisierte elektronische Technik, um moderne Schließ-, Funk- und Ortungssysteme zu umgehen oder zu stören. Das BKA nennt dabei mehrere Methoden, die bei Fahrzeugdiebstählen zunehmend eine Rolle spielen:
- CAN-Bus-Manipulation: Täter greifen in die Kommunikation der Fahrzeugsteuergeräte ein und können dem Auto beispielsweise einen berechtigten Schlüssel vortäuschen.
- Code-Grabber: Funksignale des Fahrzeugschlüssels werden abgefangen beziehungsweise gespeichert und anschließend missbräuchlich verwendet.
- Relay-Attacken bei Keyless-Go: Das vorhandene Funksignal eines Schlüssels wird technisch über eine größere Entfernung weitergeleitet.
- RF-Detektoren: Mit speziellen Geräten suchen Täter nach Funk- und Ortungstechnik im Fahrzeug. Das BKA hebt diese Methode für 2025 besonders hervor.
- GPS-Jammer: Störsender können GPS-Signale beeinträchtigen und dadurch die spätere Ortung eines gestohlenen Fahrzeugs erschweren oder verhindern.
Die Sache mit den „Fahrzeugdubletten“: Gestohlene Autos können mit einer komplett neuen Identität versehen werden. Täter übernehmen dafür etwa die FIN und Fahrzeugdaten eines baugleichen, legal zugelassenen Autos und nutzen gefälschte Papiere. Die nötigen Angaben stammen teils aus Online-Fahrzeuganzeigen oder von Unfall- und Schrottwagen. Wie groß das Problem gefälschter Dokumente ist, zeigt eine BKA-Zahl: Zum 1. Januar 2026 waren 184.956 Blanko-Fahrzeugdokumente zur Fahndung ausgeschrieben.

6. Was passiert mit den gestohlenen Fahrzeugen?
Internationale Autodiebstähle laufen laut BKA heutzutage hochprofessionell organisiert und arbeitsteilig ab. Dabei hat jedes Bandenmitglied eigene Aufgaben: Vom Ausspähen über den Diebstahl bis hin zu Transport, Manipulation der Fahrzeugidentität, Zerlegung und Verkauf.
- Gestohlene Fahrzeuge gelangen per Kurier, Lkw, Schiff sowie in Luft- oder Seefrachtcontainern ins Ausland, teilweise als falsch deklarierte Fracht.
- Zu den zentralen Drehscheiben zählen Polen, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Staaten in West- und Nordafrika.
- Polizeifahnder haben im Jahr 2025 im Ausland insgesamt 5.337 Autos oder Autoteile wiedererkannt, die in Deutschland als gestohlen oder vermisst gemeldet waren. Das sind rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die meisten in Polen (1.613), die Niederlande (784) und Frankreich (475).
- Die Bundesrepublik Deutschland dient dabei nicht nur als Herkunftsland gestohlener Fahrzeuge, sondern auch als Transit- und Absatzmarkt für im Ausland entwendete Autos. Die entsprechenden Treffer stiegen 2025 um 10,3 Prozent.
Welche Versicherung zahlt bei Autodiebstahl? Wird ein Auto gestohlen, greift grundsätzlich die Teilkaskoversicherung, und damit auch jede Vollkasko, da sie den Teilkaskoschutz einschließt. Ersetzt wird in der Regel der Wiederbeschaffungswert abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung. Eine Rückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt gibt es nicht. Auch fest verbaute Fahrzeugteile können mitversichert sein. Taucht das Auto innerhalb eines Monats wieder auf, kann eine Rücknahmepflicht bestehen.
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